Starke Wurzeln in bewegten Zeiten
Das wirtschaftliche Umfeld blieb im vergangenen Jahr von Unsicherheiten geprägt. Geopolitische Spannungen, konjunkturelle Herausforderungen und ein verändertes Zinsumfeld bestimmten das Marktgeschehen. Gleichzeitig entwickelten sich die Finanzmärkte insgesamt positiv. Sinkende Inflationsraten, erste Zinssenkungen der Notenbanken sowie technologische Trends – insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz – sorgten zeitweise für eine spürbare Belebung an den Kapitalmärkten. In diesem Umfeld zeigte sich die Kieler Volksbank stabil und behauptet sich weiterhin als verlässlicher Partner in der Region.
Wertpapiergeschäft und Private Banking auf dem Vormarsch
Erfreuliche Ergebnisse verzeichnet die Kieler Volksbank im Wertpapiergeschäft. Die positive Entwicklung der Kapitalmärkte mit einem Dax auf Rekordhoch von 24.490 Punkten (+23 % zum Vorjahresultimo) sorgten für rege Nachfrage nach Wertpapieranlagen. Besonders hervorzuheben ist der bankeigene Fonds „Meisterstück“, dessen Volumen deutlich auf 146 Mio. Euro ausgebaut werden konnte.
Als eine der ersten Genossenschaftsbanken bundesweit hatte die Kieler Volksbank mit strategischem Weitblick bereits vor zehn Jahren ein auf vermögende Kunden ausgerichtetes Private Banking aufgebaut und seitdem stetig ausgebaut. Dies schließt auch die qualifizierte Begleitung von Unternehmensnachfolgen und die Beratung zu Erbschaften und Vermögensübertragungen ein. „Im Private Banking können unsere Kundinnen und Kunden seit jeher auf fundierte Expertise und persönliche Betreuung setzen“, so Bernd Schmidt. „Die positive Entwicklung in diesem Bereich bestätigt unseren Kurs und unterstreicht, dass sich unsere langjährige Erfahrung und unser konsequenter Qualitätsanspruch auszahlen.“ Ausgesprochen positiv entwickelten sich auch die Bereiche der Zukunftsvorsorge und Absicherung, die die Kieler Volksbank mit R+V Versicherung und Allianz Versicherung unter ihrem Dach vereint.
Investitionszurückhaltung im Mittelstand
Der Bestand der Kundenforderungen sank aufgrund anhaltender Investitionszurückhaltung der Unternehmen und unter Berücksichtigung praxisüblicher Tilgungsabflüsse um 4,4 % auf 1,508 Mrd. Euro. Marktbedingt veränderte Kalkulationsgrundlagen vieler Investitionen sorgten für ein arbeitsintensives Bestandsgeschäft zur verlässlichen Begleitung der heimischen Wirtschaft. Positive Tendenzen sieht die Kieler Volksbank im privaten Immobilienfinanzierungsgeschäft aufgrund der Stabilisierung der Bauzinsen. Auch die Kieler Volksbank Immobilien GmbH konnte gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich mehr Objekte (40) vermitteln.
Kundennähe auf allen Kanälen
„Erreichbarkeit und Geschwindigkeit sind die wesentlichen Erfolgsgaranten“, ist sich Timo Kaiser sicher. Gleichzeitig unterscheiden sich die Erwartungen der Generationen zunehmend. Durch den konsequenten Ausbau digitaler Angebote wie Chat-Bot KIM, der auf der Homepage als künstliche Intelligenz beim Finden passender Informationen und Angebote hilft, entwickelt sich das Leistungsangebot laufend weiter. Auch die Einführung des europäischen Zahlungsdienstes Wero sorgt für mehr Einfachheit und Flexibilität der Kunden im Zahlungsverkehr.
Gleichzeitig wandelt sich auch das Filialgeschäft – als Antwort auf das, was die Kunden heute suchen: persönliche Hilfestellung in immer komplexeren Finanzfragen. Spezialisierte Expertenteams kümmern sich an 11 Standorten rund um die Kieler Förde um Vorsorge, Finanzierung, Geldanlage und Kontoservice. So profitieren die Kunden von noch tieferem Fachwissen und maßgeschneiderten Lösungen, die genau auf ihre Lebenssituation und Bedürfnisse abgestimmt sind. Dabei behält die Bank auch ihre jungen Kunden im Blick: Ihnen bietet sie seit vergangenem Herbst unter anderem ein noch umfangreicheres kostenloses Nachhilfe-Angebot über die ubiMaster-App im Wert von fast 1.800 Euro jährlich.
Attraktiver Arbeitgeber am Kieler Bankenmarkt
Mit Blick auf den steigenden Fachkräftemangel setzt die Kieler Volksbank weiterhin auf eigene Ausbildung und ist mit einer Quote von 9,5 % vorbildlicher regionaler Arbeitgeber. Auch Quereinsteiger sind willkommen. „Bei uns zählen Lust und Leidenschaft, alles andere lässt sich lernen“, so Bernd Schmidt. Einmal mehr darf sich das Haus zu den „Top 100 Attraktivste Arbeitgeber 2025“ zählen (Trendence-Schülerbarometer).
Zuversichtlicher Blick nach vorn
Für 2026 sieht sich die Traditionsbank gut aufgestellt, denn die genossenschaftlichen Werte geben gerade in stürmischen Zeiten Orientierung und Stabilität. „Wir sind zuversichtlich, auch in einem zunehmend volatilen Marktumfeld weiterhin erfolgreich und verantwortungsvoll an der Seite unserer Kundinnen und Kunden zu stehen“, sind sich Bernd Schmidt und Timo Kaiser einig.
Die wichtigsten Kennzahlen
- Bilanz: Die Bilanzsumme entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr – als Folge der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen – leicht rückläufig auf 1,957 Mrd. Euro. Auch wenn Größe für die Kieler Volksbank unerheblich ist, zählt sie in Schleswig-Holstein zu den bedeutenden Genossenschaftsbanken (Rang 176 von deutschlandweit gesamt 646 Volks- und Raiffeisenbanken). Das insgesamt betreute Kundenwertvolumen einschließlich der von Kunden angelegten bzw. aufgenommenen Gelder bei Partnerinstituten der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, zum Beispiel Union Investment, R+V-Versicherung, DZ Hyp oder Bausparkasse Schwäbisch Hall, bewegte sich mit 4,032 Mrd. Euro (-0,6 %).
- Einlagen: Die bilanziellen Kundeneinlagen gingen aufgrund steigender Lebenshaltungskosten und Rückgriff auf Liquiditätsreserven leicht zurück auf 1,480 Mrd. Euro (-2,7 %). Die erfreuliche Entwicklung der Kapitalmärkte mit einem Dax auf Rekordhoch von 24.490 Punkten (+23 % zum Vorjahresultimo) sorgte zudem für rege Nachfrage nach Wertpapieranlagen. Das Zeichnungsvolumen des exklusiv zum Jubiläumsjahr 2023 aufgelegten „Meisterstück-Fonds“ stieg auf 146 Mio. Euro mit einer Wertentwicklung +27 % seit Auflegung.
- Kredite: Der Bestand der Kundenforderungen sank aufgrund höherer Investitionszurückhaltung der Unternehmen um 4,4 % auf 1,508 Mrd. Euro (Brutto-Neugeschäft: +130 Mio. Euro). Die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten war mit 58 Mio. Euro Neugeschäft stabil. Der Fokus der Bank lag im – durch marktbedingt veränderte Kalkulationsgrundlagen vieler Investitionen – arbeitsintensiven Bestandsgeschäft zur verlässlichen Begleitung der heimischen Wirtschaft.
- Ergebnis: Das Betriebsergebnis bewegt sich mit 24,1 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (25,6 Mio. Euro) und damit unverändert oberhalb des Durchschnitts vergleichbarer Genossenschaften (Betriebsergebnisquote in Relation zur Bilanzsumme 1,19 % zu durchschnittlich 1,05 %). Erfolgsursächlich ist das enge Begleiten der Kunden im Rahmen der Hausbank-Vorteilswelt. Das überdurchschnittliche Ergebnis wird zur nachhaltigen Stärkung des Eigenkapitals und Risikoabsicherung verwandt, um die Basis für die künftige verlässliche regionale Kreditvergabe weiter auszubauen.
- Mitglieder: Vom guten Ergebnis profitieren zudem die nunmehr 26.652 Bankmitglieder als Eigentümer der Genossenschaftsbank. Sie erhalten eine Dividende von 2 %.
- Mitarbeiter: 317 Beschäftigte betreuen die rund 55.000 Kunden. Dem Fachkräftemangel begegnet man unverändert mit einer weit überdurchschnittlichen Ausbildungsquote von 9,5 % (bei 4,8 % Bundesdurchschnitt über alle Branchen). Für die hohe Qualität der Ausbildung spricht die zum 20. Mal in Folge erhaltene Auszeichnung „Top 100 Attraktivste Arbeitgeber 2025“ (Studie Trendence-Schülerbarometer).
- Steuern und Regionalförderung: Voraussichtlich 1,5 Mio. Euro wird die Kieler Volksbank eG für 2026 an Steuern zahlen und wendete zudem rund 300.000 Euro zur Förderung gemeinnütziger, sozialer, sportlicher und kultureller Regionalprojekte auf. Zudem wurden aus der bankeigenen Kieler Volksbank eG-Stiftung 27 Regionalprojekte gefördert.
